Von Jacob de Haan bis zu Händels Hallelujah
Beeindruckendes Kirchenkonzert des Musikvereins Neuhausen
Als die letzten Töne des berühmten Hallelujah-Chores aus Georg Friedrich Händels Oratorium “Der Messias” verklungen waren, feierten die Zuhörer das Stammorchester des Musikvereins Neuhausen und den Katholischen Kirchenchor St. Petrus und Paulus mit Standing Ovations. Präzise waren die fugierten Choreinsätze der Händelschen Partitur gekommen und in barocker Pracht füllte der Klang den Kirchenraum. Musikdirektor Rainer Kellmayer sorgte mit motivierendem Dirigat für eine ausgewogene Balance zwischen Chor und Orchester: Kein Detail ging unter, die Stimmverläufe waren klar konturiert, und auch der emotionale Gehalt der Musik wurde transportiert. Eingangs erklang in der Neuhäuser Pfarrkirche St. Petrus und Paulus die “Missa brevis” von Jacob de Haan. Kirchenmusikdirektor Markus Grohmann hatte seinen Chor bestens präpariert, so dass die Zusammenarbeit zwischen Instrumentalisten und Sängern reibungslos funktionierte. Kellmayer nahm, der halligen Kirchenakustik angemessen, eher ruhige Tempi. Die dynamische Skala wurde bis hin zu den Extremen durchschritten, die Spannungsverläufe waren klar nachgezeichnet. Chor und Orchester zeigten sich bei der Interpretation der Messe in Bestform, ebenso beim bekannten Bach-Satz “Jesu bleibet meine Freude” aus der Kantate 147: Ruhig flossen die Holzbläsertriolen, intonationssicher setzte der Chor die Choraleinschübe. Instrumentale Akzente markierte das Orchester mit der Choralfantasie über “Schlafes Bruder” in einer Bearbeitung von Roland Kernen, und den ruhigen Kantilenen des “Amen” aus der Feder Pavel Staneks. “Choral and Rock out” von Ted Huggens setzte den von Holzbläserfigurationen umwobenen Choralpartien des ersten Satzes im Finale Fugenkunst und jazzige Rhythmen entgegen. Die Musikerinnen und Musiker spielten mit großem Engagement und Gespür fürs Detail – damit gelangen sehr lebendige und musikalisch durchdachte Interpretationen. Dass in den Reihen des Musikvereins Neuhausen viele hervorragende Instrumentalisten sitzen, offenbarten die kammermusikalischen Beiträge. Präzise und mit Strahlkraft tönte das Blechbläserensemble von der Empore herab, bei einem Madrigal Leo Hasslers und dem Marsch aus dem Händel-Oratorium “Joshua” an der Orgel trefflich unterstützt von Markus Grohmann. Feinere Töne hörte man von einem Holzbläserquartett. Ob bei der ruhig fließenden Arie der Almirena aus Händels “Rinaldo” oder einem spritzigen Rondo von Carl Stamitz – Flöte Oboe, Klarinette und Fagott fanden zur Einheit und zu delikatem Spiel.







